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Sprachzeiten ist beliebt

Bei geschäftlichen Plänen ist es ab und an sinnvoll, herauszufinden, wer der potentielle Kunde überhaupt ist und ob er wirklich Interesse am eigenen Angebot hat. Zudem macht es irgendwie einfach einen besseren Eindruck, wenn der Text einigermassen den vorgeschriebenen Regeln folgt…

Gestern erreichte mich eine E-Mail:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich bin der Besitzer der folgenden Domäne: sprachzeiten.de. Diesbezüglich möchte ich Ihnen danach fragen, ob Sie an Zurückkaufen dieser Domäne für 400 Euro interessiert sind?

Zusätzlich möchte ich Ihnen daran erinnern, dass die meist bekannten Domäne mit der Endung – de vorkommen. Wenn Sie auf Entwicklung Ihrer Firma zählen, Kauf einer neuen Domäne würde eine gute Idee sein, da je bessere Domäne desto mehrere Chancen von einem potenziellen Kunden bemerkt zu sein.

Falls Sie noch Fragen hätten oder an den Kauf der oben angegebenen Domäne interessiert würden, geben Sie mir bitte an meine E-Mail darüber Bescheid. Die Transaktion kann durch die Sedo.com oder Ecop.com durchgeführt werden.

Mit freundlichen Grüẞen

Matthias S.

Meine Antwort ging heute raus:

Sehr geehrter Herr S.
Herzlichen Dank für Ihr wohlmeinendes Angebot. Sprachzeiten ist eine – wie der Name wohl vermuten lässt – Sprachfirma. Wir bieten neben Dienstleistungen im Textbereich unter anderem auch Deutschkurse und Lektorat an. Vielleicht haben Sie ja mal Bedarf?

Da die Firma Sprachzeiten ihren Sitz in der Schweiz hat, ist die Endung .de nicht die erste Priorität, schon gar nicht mit dem aktuell sehr starken Franken. Selbst wenn der mal schwächeln sollte, wären wir noch immer hier beheimatet und ansonsten international, was mit der Endung .com gut abgedeckt ist. Ich habe also keinen Bedarf.

Ich wünsche Ihnen viel Glück bei der Suche eines Käufers für Ihre Domain.

Mit freundlichen Grüssen
Sandra Matteotti

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Bring es auf den Punkt oder lass es

Keiner will sich langweilen. Schon gar nicht im Internet. Wer was zu sagen hat, soll das tun. Bitte schnell. Denn viel Zeit hat er nicht. Der Leser ist schneller weg, als man auf drei zählen kann. Ich lege ja schon Bücher zur Seite, wenn die erste Seite nicht packt. Spätestens nach dem ersten Kapitel ist aber endgültig Schluss. Ich kriege meine Zeit ja nicht geschenkt und da draussen wartet mehr auf mich, als ich je lesen können werde. Also:

Packt mich oder lasst es sein.

Kürzlich sah ich bei Twitter einen Link einer Kommunikationsexpertin. Die muss es wissen. Dachte ich. Klick. Ich bin drin. In ihrem Text. Lese einen Satz. Stirnrunzeln. Den zweiten. Augenrollen. Mann, die muss es wissen. Nur drum lese ich weiter. Aber: Es wird nicht besser. Bla bla ohne Hand und Fuss; und schon gar kein Biss.

Drum merke: Auch sogenannte Experten wissen es nicht immer, sie tun nur so. Was dich nicht packt, ist schlicht nicht gut. Wer dich nicht überzeugt, den lese nicht, sondern suche weiter.

Und an die Schreibenden: Ihr habt ganze 2 Sekunden. Sie entscheiden über gelesen werden oder weggeklickt. Nutzt sie.

“Wenn Elefanten feiern”

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„Wenn Elefanten feiern“ – so lautet die Zeitungsüberschrift anlässlich des jährlich in Nepal stattfindenden Elefanten-Festivals. Unter der Headline sieht man eine Bilderstrecke von angemalten Elefanten, tanzenden Menschen. Ich möchte nicht so weit gehen, den Gesichtsausdruck der Elefanten als gequält zu bezeichnen, aber gefeiert haben hier wohl alle, nur nicht die Elefanten.

Fazit: An der Wahrheit vorbeigeschrieben.

(Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch/#clicked0.21963674817882295)

Was ich sage und was ich meine

1. Einleitung

Kommunikation – was meint man eigentlich damit? Was beinhaltet Kommunikation und was tue ich, wenn ich kommuniziere?

Kommunikation findet in allen Bereichen des menschlichen Lebens statt. Das fängt morgens beim Frühstückstisch an, geht weiter in Schule oder Beruf, ruht dabei nicht in den Pausen und endet beim ins Bett gehen. Oft funktioniert alles reibungslos, man macht sich keine weiteren Gedanken, doch dann und wann kommt es zu Missverständnissen. Was im privaten Bereich schon ärgerlich genug ist, kann im Geschäftsleben weitreichende Konsequenzen haben.

Die zwischenmenschliche Kommunikation besteht aus einem Sender, der etwas mitteilen möchte und sein Anliegen in Sprache packt. Eine Nachricht entsteht. Der Empfänger sollte diese Nachricht nun wahrnehmen und erkennen. Meistens funktioniert das einigermassen gut, es kommt zu einer Verständigung. Ab und an kommt es zu Problemen, nämlich dann wenn der Empfänger etwas anderes versteht, als der Sender sagen wollte oder aber gar nichts versteht.

 

2. Kommunikation als Modell

Das folgende Kommunikationsmodell lehnt sich an Friedemann Schulz von Thun an. Es ist eine Vereinfachung von dessen Kommunikationsmodell.

Nachricht

 

Kommunikation

 

 

 

1. Sachaspekte

Der Sachaspekt einer Nachricht ist eine Aussage und damit an sich eine Information.

 

2. Beziehungsaspekte

Eine Nachricht sagt etwas über die Beziehung von Sender und Empfänger aus. Diese Beziehungsebene steckt meistens im Tonfall und anderen nonverbalen Kommunikationsmittel. Dieser Aspekt einer Nachricht kann im Empfänger Gefühle und Reaktionen hervorrufen, die so nicht beabsichtigt waren.

 

3. Selbstoffenbarungsaspekt

Mit allem, was man sagt, gibt man auch Dinge von sich selber preis. Oft verschanzt man sich hinter Aufgaben und Zielen, stellt sich auf eine Weise dar, die man als erfolgversprechend erachtet. Der Empfänger nimmt dies wahr, spürt aber die Unstimmigkeit dahinter und bleibt verwirrt und mit schlechten Gefühlen zurück.

à Authentizität ist schlussendlich immer der Schlüssel zum Erfolg.

 

4. Appellaspekt

Meistens haben Nachrichten eine Funktion, sie sind nicht einfach so dahingesagt. Oft wollen sie auf den Empfänger in irgendeiner Weise Einfluss nehmen.

 

3. Schwierigkeiten bei der Kommunikation

Durch die vier Aspekte von Kommunikation kann es zu Missverständnissen kommen. Wir schauen das anhand eines Beispiels an:

Klaus und Gaby sitzen im Wohnzimmer bei offenem Fenster und lesen. Gaby sagt zu Klaus: „Es ist kalt hier drin.“

Wir haben hier eine einfache Nachricht „Es ist kalt hier drin.“ Diese kann verschiedene Botschaften enthalten je nachdem, wer sie sendet, wer sie empfängt, was beide in die Nachricht hineinlegen oder -interpretieren. Der Empfänger kann nicht genau wissen, welche Botschaft vom Sender gewollt war, also interpretiert er etwas in die Nachricht hinein. Das Hineininterpretierte entspringt seinen Erfahrungen, seiner eigenen Geschichte und Natur. Je nachdem, wie gut und lange sich Gaby und Klaus kennen, kann die Übereinstimmung zwischen gewollter, gesendeter Aussage und interpretierter Nachricht grösser oder kleiner sein. Das lässt darauf deuten, dass eine Nachricht aus vielen verschiedenen Botschaften besteht.

 

1. Sachaspekte

Die Aussage „Es ist kalt hier drin.“ ist an sich eine reine Information darüber, dass Gaby es kalt findet (und vermutlich friert). Wenn sie damit etwas bewirken will, steckt das nicht in den Worten an sich.

2. Beziehungsaspekte

Gaby kennt Klaus und spricht dementsprechend auf einer anderen Ebene mit ihm als mit einem Fremden. Klaus kennt Gaby, interpretiert aus seiner Erfahrung etwas in die Nachricht hinein, zum Beispiel die Aufforderung, das Fenster zu schliessen. Er könnte sich herumdirigiert fühlen, wenn Gaby in einem harschen Ton spricht.

3. Selbstoffenbarungsaspekt

Zwar hat Gaby nur gesagt, dass es kalt ist, allerdings versteckt sich dahinter eine Aussage über Gaby selber. Sie friert wohl, will aber nicht aufstehen. Je nach Ton zeigt sie ihre Erwartung an Klaus, dass dieser für sie sorgen soll. Es könnte auch ein Vorwurf in der Stimme liegen, dass Klaus das nicht schon lange gemerkt und das Fenster geschlossen hat.

4. Appellaspekt

Sehr wahrscheinlich wünschte sich Gaby in der Tat, dass Klaus das Fenster schliesst. Da sie es nicht so sagte, bleibt es an Klaus, das herauszuhören und zu handeln. Eine Nachricht dient also dazu, den Empfänger zu einer Handlung, einer Haltung zu bewegen.

 

5. Ziel von Kommunikation

In Anbetracht dieser Aspekte, stellt sich die Frage, was Kommunikation überhaupt erreichen will. Wenn wir kommunizieren, wollen wir meistens etwas mitteilen und erwarten vom anderen, dass er uns versteht. Gewisse Mitteilungen sollen eine weiterführende Handlung initiieren, manche haben rein informativen Charakter. Was von beidem wann der Fall ist, gilt es, vom Sender zum Empfänger zu bringen.

Wenn wir kommunizieren, müssen wir uns also bewusst werden:

  • was will ich eigentlich sagen?
  • Wie ist die Beziehung zwischen mir und dem Empfänger?
  • Was gebe ich damit über mich preis?
  • Was will ich damit erreichen?

Erfolgreiche Kommunikation funktioniert dann, wenn das, was man sagt, so verstanden wird, wie man es meint und die Früchte trägt, die man ernten will.

 

6. Forderungen für eine gelungene Kommunikation:

  • Klare Worte: Um Missverständnisse zu vermeiden, ist es also wichtig, die eigenen Worte klar zu wählen und wirklich das auszudrücken, was man sagen will.
  • Angemessene Wort- und Tonwahl: Je nachdem, wie ich etwas sage, fühlt sich der Empfänger gut oder schlecht behandelt, erzeugt man beim Empfänger Gefühle der Botschaft und auch sich selbst gegenüber.
  • Authentizität ist schlussendlich immer der Schlüssel zum Erfolg.
  • Wenn man etwas bewirken will, sollte man das auch aussprechen.

 

Der richtige Gebrauch von ss und ß

Das „ß“ kommt ausschliesslich (oder ausschließlich?) in der deutschen Sprache und da in Deutschland, Österreich und bei den deutschsprachigen Minderheiten in Dänemark, Belgien und Italien vor. In der Schweiz[1] und in Liechtenstein verzichten wir auf diese zusätzliche Schwierigkeit und schreiben immer (wenn nicht nur ein „s“ gefordert ist) „ss“.

Der richtige Gebrauch von ss und ß lässt sich in zwei Regeln und zwei Ausnahmen zusammenfassen.

Regeln:

  1. Nach einem langen Vokal oder Doppellaut (Diphthong) steht grundsätzlich ß
    Beispiele: Gruß, Maße, Blöße, reißen, Fleiß
  2. Nach einem kurzen Vokal steht grundsätzlich ss (das gilt auch im Auslaut der Wortstämme)
    Beispiele: Masse, Kongress, Erstklässler, dass, hassen, Fluss/Flüsse

 

Ausnahmen:

  1. Bei Großschreibung steht immer ss
    Beispiele: FLUSS, SCHIESSÜBUNG, FLEISS
  2. Bei Personennamen oder geographischen Bezeichnungen kann die Schreibweise von den Regeln abweichen.
    Beispiele: Neuss, Theodor Heuss

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[1] Da dieser Blog von einer Schweizerin geschrieben wird, verzichtet er grundsätzlich auf die Verwendung von ß.

seid – seit

Seid wann seid ihr zuhause?
Seit wann seit ihr zuhause?

Seid und seit wird im alltäglichen Sprachgebrauch oft verwechselt, die Frage nach der richtigen Schreibweise scheint für einige keine einfache zu sein. Korrekt wäre der Satz folgendermassen:

Seit wann seid ihr zuhause?

Die Präposition und die Konjunktion seit enden mit t:

Wir sind seit fünf Jahren hier.
Es geht ihr besser, seit sie auf ihre Ernährung achtet.

Dem gegenüber endet die Verbform seid mit d:

Ich bin
Du bist
Er ist
Wir sind
Ihr seid
Sie sind

Ein Beispiel dazu:

Seid mir nicht böse, dass ich euch das sage.
Seid pünktlich zuhause.

 

‘das’ oder ‘dass’?

Ich will, das du das weisst.
Ich will, dass du dass weisst.
Ich will, dass du das weisst.
Ich will, das du dass weisst.

Was denn nun? Man findet wohl alle möglichen Varianten, leider ist nicht alles, was man findet, richtig. Das oder dass? Das ist hier die Frage.

Das kann sowohl Artikel als auch Pronomen sein:

Das als Artikel (der Artikel das lässt sich immer durch dieses ersetzen):

Das Mädchen ist fröhlich.

Das als Relativpronomen (das Relativpronomen das lässt sich immer durch welches ersetzen):

Das Mädchen, das fröhlich ist, spielt mit dem Ball.

Das als Demonstrativpronomen (das Demonstrativpronomen das lässt sich immer durch jenes oder dieses ersetzen):

Das macht mich glücklich.

 

Dass ist eine Konjunktion und leitet einen Nebensatz ein:

Ich weiss, dass sie schwimmen kann.

Dass sie schwimmen kann, freut mich.

Die Entscheidung, dass wir in den Zoo gehen, war gut.

 

Die meisten Verwechslungen gibt es zwischen Relativpronomen und Konjunktion; korrekt im Beispiel oben wäre:

Ich will, dass du das weisst.

Einige Beispiele:

Corinne war glücklich, dass sie die Prüfung bestanden hatte.
Das Kind, das umgefallen ist, rennt schon wieder über die Wiese.
Der Wunsch, dass morgen ein Wunder geschieht, ist gross.
Das wünsche ich mir!

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