Was ich sage und was ich meine

1. Einleitung

Kommunikation – was meint man eigentlich damit? Was beinhaltet Kommunikation und was tue ich, wenn ich kommuniziere?

Kommunikation findet in allen Bereichen des menschlichen Lebens statt. Das fängt morgens beim Frühstückstisch an, geht weiter in Schule oder Beruf, ruht dabei nicht in den Pausen und endet beim ins Bett gehen. Oft funktioniert alles reibungslos, man macht sich keine weiteren Gedanken, doch dann und wann kommt es zu Missverständnissen. Was im privaten Bereich schon ärgerlich genug ist, kann im Geschäftsleben weitreichende Konsequenzen haben.

Die zwischenmenschliche Kommunikation besteht aus einem Sender, der etwas mitteilen möchte und sein Anliegen in Sprache packt. Eine Nachricht entsteht. Der Empfänger sollte diese Nachricht nun wahrnehmen und erkennen. Meistens funktioniert das einigermassen gut, es kommt zu einer Verständigung. Ab und an kommt es zu Problemen, nämlich dann wenn der Empfänger etwas anderes versteht, als der Sender sagen wollte oder aber gar nichts versteht.

 

2. Kommunikation als Modell

Das folgende Kommunikationsmodell lehnt sich an Friedemann Schulz von Thun an. Es ist eine Vereinfachung von dessen Kommunikationsmodell.

Nachricht

 

Kommunikation

 

 

 

1. Sachaspekte

Der Sachaspekt einer Nachricht ist eine Aussage und damit an sich eine Information.

 

2. Beziehungsaspekte

Eine Nachricht sagt etwas über die Beziehung von Sender und Empfänger aus. Diese Beziehungsebene steckt meistens im Tonfall und anderen nonverbalen Kommunikationsmittel. Dieser Aspekt einer Nachricht kann im Empfänger Gefühle und Reaktionen hervorrufen, die so nicht beabsichtigt waren.

 

3. Selbstoffenbarungsaspekt

Mit allem, was man sagt, gibt man auch Dinge von sich selber preis. Oft verschanzt man sich hinter Aufgaben und Zielen, stellt sich auf eine Weise dar, die man als erfolgversprechend erachtet. Der Empfänger nimmt dies wahr, spürt aber die Unstimmigkeit dahinter und bleibt verwirrt und mit schlechten Gefühlen zurück.

à Authentizität ist schlussendlich immer der Schlüssel zum Erfolg.

 

4. Appellaspekt

Meistens haben Nachrichten eine Funktion, sie sind nicht einfach so dahingesagt. Oft wollen sie auf den Empfänger in irgendeiner Weise Einfluss nehmen.

 

3. Schwierigkeiten bei der Kommunikation

Durch die vier Aspekte von Kommunikation kann es zu Missverständnissen kommen. Wir schauen das anhand eines Beispiels an:

Klaus und Gaby sitzen im Wohnzimmer bei offenem Fenster und lesen. Gaby sagt zu Klaus: „Es ist kalt hier drin.“

Wir haben hier eine einfache Nachricht „Es ist kalt hier drin.“ Diese kann verschiedene Botschaften enthalten je nachdem, wer sie sendet, wer sie empfängt, was beide in die Nachricht hineinlegen oder -interpretieren. Der Empfänger kann nicht genau wissen, welche Botschaft vom Sender gewollt war, also interpretiert er etwas in die Nachricht hinein. Das Hineininterpretierte entspringt seinen Erfahrungen, seiner eigenen Geschichte und Natur. Je nachdem, wie gut und lange sich Gaby und Klaus kennen, kann die Übereinstimmung zwischen gewollter, gesendeter Aussage und interpretierter Nachricht grösser oder kleiner sein. Das lässt darauf deuten, dass eine Nachricht aus vielen verschiedenen Botschaften besteht.

 

1. Sachaspekte

Die Aussage „Es ist kalt hier drin.“ ist an sich eine reine Information darüber, dass Gaby es kalt findet (und vermutlich friert). Wenn sie damit etwas bewirken will, steckt das nicht in den Worten an sich.

2. Beziehungsaspekte

Gaby kennt Klaus und spricht dementsprechend auf einer anderen Ebene mit ihm als mit einem Fremden. Klaus kennt Gaby, interpretiert aus seiner Erfahrung etwas in die Nachricht hinein, zum Beispiel die Aufforderung, das Fenster zu schliessen. Er könnte sich herumdirigiert fühlen, wenn Gaby in einem harschen Ton spricht.

3. Selbstoffenbarungsaspekt

Zwar hat Gaby nur gesagt, dass es kalt ist, allerdings versteckt sich dahinter eine Aussage über Gaby selber. Sie friert wohl, will aber nicht aufstehen. Je nach Ton zeigt sie ihre Erwartung an Klaus, dass dieser für sie sorgen soll. Es könnte auch ein Vorwurf in der Stimme liegen, dass Klaus das nicht schon lange gemerkt und das Fenster geschlossen hat.

4. Appellaspekt

Sehr wahrscheinlich wünschte sich Gaby in der Tat, dass Klaus das Fenster schliesst. Da sie es nicht so sagte, bleibt es an Klaus, das herauszuhören und zu handeln. Eine Nachricht dient also dazu, den Empfänger zu einer Handlung, einer Haltung zu bewegen.

 

5. Ziel von Kommunikation

In Anbetracht dieser Aspekte, stellt sich die Frage, was Kommunikation überhaupt erreichen will. Wenn wir kommunizieren, wollen wir meistens etwas mitteilen und erwarten vom anderen, dass er uns versteht. Gewisse Mitteilungen sollen eine weiterführende Handlung initiieren, manche haben rein informativen Charakter. Was von beidem wann der Fall ist, gilt es, vom Sender zum Empfänger zu bringen.

Wenn wir kommunizieren, müssen wir uns also bewusst werden:

  • was will ich eigentlich sagen?
  • Wie ist die Beziehung zwischen mir und dem Empfänger?
  • Was gebe ich damit über mich preis?
  • Was will ich damit erreichen?

Erfolgreiche Kommunikation funktioniert dann, wenn das, was man sagt, so verstanden wird, wie man es meint und die Früchte trägt, die man ernten will.

 

6. Forderungen für eine gelungene Kommunikation:

  • Klare Worte: Um Missverständnisse zu vermeiden, ist es also wichtig, die eigenen Worte klar zu wählen und wirklich das auszudrücken, was man sagen will.
  • Angemessene Wort- und Tonwahl: Je nachdem, wie ich etwas sage, fühlt sich der Empfänger gut oder schlecht behandelt, erzeugt man beim Empfänger Gefühle der Botschaft und auch sich selbst gegenüber.
  • Authentizität ist schlussendlich immer der Schlüssel zum Erfolg.
  • Wenn man etwas bewirken will, sollte man das auch aussprechen.

 

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